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Bahnverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz soll ausgebaut werden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Reinbold   
Freitag, 9. Juli 2010
Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding haben SBB Chef Andreas
Meyer und Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG und der DB
Mobility Logistics AG, den gemeinsamen Ausbau des Bahnverkehrs zwischen der Schweiz
und Deutschland vereinbart. Dank Infrastrukturausbauten, der Beschaffung neuer
Fahrzeuge und kürzerer Reisezeiten soll das Bahnfahren zwischen den beiden Ländern
noch attraktiver werden. Um den daraus resultierenden Verkehrszuwachs optimal
vermarkten zu können, beabsichtigen die beiden Bahnunternehmen die Gründung einer
neuen gemeinsamen Tochtergesellschaft.
SBB und die Deutsche Bahn (DB) stärken ihre Kooperation im grenzüberschreitenden
Fernverkehr. Ziel der Partner ist es, den Marktanteil der Schiene zwischen
Deutschland und der Schweiz weiter auszubauen. Dazu soll eine neue gemeinsame
Tochtergesellschaft geschaffen werden. Ein entsprechendes Memorandum of
Understanding haben heute SBB CEO Andreas Meyer und Rüdiger Grube,
Vorstandsvorsitzender der DB, in Basel unterzeichnet.
«Wir wollen das grosse Potenzial des Infrastrukturausbaus in Deutschland und der
Schweiz im Sinne unserer Kunden nutzen», betonte Rüdiger Grube. «Das heisst:
Mehr internationaler Schienenverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz mit
höherem Komfort und kürzeren Reisezeiten. Mit der SBB wissen wir dafür einen
wichtigen und verlässlichen Partner an unserer Seite.»
Zwei starke Marken und das beidseits hohe Qualitätsbewusstsein bilden das Fundament
der Zusammenarbeit. Bereits heute bieten SBB und DB täglich rund 35
Direktverbindungen im Fernverkehr zwischen beiden Ländern an – im letzten Jahr
wurden diese grenzüberschreitend von über 4,5 Mio Fahrgästen genutzt. Zwischen 2006
und 2009 konnte trotz des zuletzt schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes die Zahl
beförderter Personen zwischen beiden Ländern pro Jahr um durchschnittlich knapp 3
Prozent gesteigert werden. Und der Trend hält an: Auch im ersten Halbjahr 2010 wurde
eine erfreuliche Steigerung um über 7 Prozent verzeichnet. SBB und DB sind
überzeugt, künftig weiter Boden gegenüber den Verkehrsträgern Auto und Flugzeug
gewinnen und noch mehr Reisende auf der Schiene befördern zu können.
Zeitgewinne sowie mehr und neue Züge
Auf Basis der seit 2006 bestehenden erfolgreichen Kooperation «Rheinalp» wollen die
Partner ein gemeinsames Korridormanagement einrichten. Damit werden die
Vermarktungsaktivitäten weiter gestärkt und ein ganzheitliches Qualitätsmanagement
der Verkehre ermöglicht. Mit einem Anteil von 60 Prozent soll die SBB die Mehrheit
an der neuen Tochtergesellschaft halten. Der Sitz der Gesellschaft soll in der
Schweiz liegen.
Für den per Ende 2014 angepeilten Angebotsausbau ist eine moderne und deutlich
grössere Fahrzeugflotte erforderlich. Auch sollen im Gegensatz zu heute wieder mehr
SBB Züge in das nördliche Nachbarland verkehren. Eine entsprechende Ausschreibung
wird vorbereitet; ein Ersteinsatz der Züge wird für Dezember 2014 angestrebt. «Wir
wollen über eine Milliarde Franken in neue Fernverkehrszüge investieren», sagt SBB
Chef Andreas Meyer, und ergänzt: «Das Zusammengehen mit der DB verdeutlicht die
Bedeutung unseres Marktes und unseres Know-hows, stärkt gleichzeitig auch unser
Selbstvertrauen auf dem Parkett des internationalen Personenverkehrs.»
Das Zugangebot zwischen der Schweiz und Deutschland soll im Rahmen der Kooperation
weiter ausgebaut werden. Dank der grossen Infrastrukturausbauten in der Schweiz
sowie in Deutschland profitieren die Kundinnen und Kunden künftig auch von kürzeren
Fahrzeiten im grenzüberschreitenden Verkehr. So sinkt die Reisedauer dank der
voraussichtlich ab 2016 durchgehend elektrifizierten Strecke Zürich–München um rund
40 Minuten; die Zahl der Verbindungen zwischen den beiden Metropolen soll auf diesen
Zeitpunkt hin nahezu verdoppelt werden. Die bayrische Landeshauptstadt wird dann ab
Zürich in 3 Stunden und 30 Minuten zu erreichen sein, was die Relation auch für
Geschäftsreisende attraktiver macht. Durch den geplanten Ausbau der Oberrheinstrecke
bis 2022 versprechen sich die beiden Bahnen zudem eine Reisezeitverkürzung von einer
halben Stunde zwischen Basel und Frankfurt. Statt der heutigen 3 Stunden würde die
Fahrt Basel–Frankfurt dann noch 2 Stunden und 30 Minuten dauern. Für deutsche
Urlauber rücken auch die sehr beliebten Reiseziele im Wallis, im Tessin oder in
Graubünden näher. Mit der vorgesehenen Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ab
2018 ist beispielsweise Lugano von Stuttgart aus in weniger als fünf Stunden
erreichbar.

 
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