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BDS-Präsident bestätigt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Matthias Reinbold   
Montag, 19. Juli 2010
BDS-Präsident Günther Hieber ist auf dem Landesverbandstag des Bundes der
Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS) in Ludwigsburg an der Spitze des
Mittelstandsverbandes bestätigt worden. Die Delegierten der örtlichen Handels- und
Gewerbevereine wählten den Fachanwalt für Steuerrecht aus Fellbach im
Rems-Murr-Kreis einstimmig für weitere vier Jahre erneut zum Präsidenten von rund
18.000 Selbstständigen.



Große Einigkeit herrschte auf dem Verbandstag des Mittelstandsverbands auch bei der
Wahl der weiteren Vorstandsämter: So wurden auch die vier Vizepräsidenten und der
Landesschatzmeister einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Vizepräsidenten sind die
Friseurmeisterin Rita Keller aus Schwendi, Kfz-Meister Wolfgang Stern aus Leimen,
der Stuttgarter Rechtsanwalt Peter Bunzel sowie Norbert Raif aus Plochingen, der
eine internationale Unternehmensberatung für Sicherheitssysteme leitet. Als
Landesschatzmeister wurde der Mannheimer Steuerberater Wolfgang Bauer wiedergewählt.
"Das ist ein toller Erfolg unserer Vorstandsarbeit in den letzten Jahren", freut
sich der alte und neue Präsident über die guten Ergebnisse. Mit der deutlichen Wahl
der Vorstandsmannschaft im Rücken habe man ein klares Mandat, weiterhin deutliche
Impulse in der Mittelstandspolitik zu setzen.



Steuerrecht vereinfachen

Dazu will Hieber einen neuen Vorstoß zur Vereinfachung des Steuerrechts unternehmen:
"Das gesamte Steuersystem ist selbst für viele Experten so undurchsichtig und
kompliziert, dass diejenigen bevorteilt sind, die sich die besten Berater leisten
können. Nur ein einfaches und verständliches Steuer-system stößt langfristig wieder
auf Akzeptanz der Bürger und Steuerzahler. Es vermindert damit auch das Interesse an
legaler und illegaler Steuerflucht. Das wird das zentrale Thema der nächsten zehn
Jahre sein", so der Fach-anwalt für Steuerrecht. Dabei müsse gleichzeitig die
immense Staatsverschuldung endlich angegangen werden, "ohne dass diejenigen, die
kreativ sind und Verantwortung tragen, die Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze
schaffen, so sehr belastet werden, dass ihnen die Last zu schwer wird und  sie sich
frustriert zurücklehnen oder das Land verlassen."



Erwin Teufel:  Soziale Marktwirtschaft ist Ergebnis ethischen Handelns

Am Vormittag hatte der BDS bei einem öffentlichen Mittelstandsforum für seine Themen
geworben. Der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel sprach als Festredner zum
Thema "Ethik in der Wirtschaft". Dabei bezeichnete Teufel die Soziale
Marktwirtschaft als Ergebnis ethischen Handelns. Sie sei der dritte und beste Weg
zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Sie verbinde Wettbewerb und sozialen
Ausgleich, Chancengerechtigkeit und einen Ordnungsrahmen.



Teufel zeigte sich skeptisch gegenüber einem heute oft vorliegenden Spezialwissen
ohne Werte und Orientierungswissen. "Wahrheit ist das Ganze", zitierte er Hegel. Er
wünsche sich geisteswissenschaftliche Lehrstühle an naturwissenschaftlichen
Hochschulen, die Orientierungswissen vermitteln.

Einen Gegensatz zwischen Ethik und Wirtschaft, zwischen gutem und erfolg-reichem
Handeln, gebe es mit der Sozialen Marktwirtschaft nicht. Gutes Wirtschaften sei ein
hoher ethischer Wert, da Armut vermieden und Sicher-heit geschaffen werde. Als
größte Errungenschaft unserer Kultur und Ge-schichte bezeichnete Teufel den
Rechtsstaat mit garantierter Menschenwürde, Menschenrechte, wie z.B. "Freiheit". Es
könne aber keine Freiheit ohne Verantwortung und klare Spielregeln geben.



Gebote ethischen Handelns in der Wirtschaft

Sein 17-Punkte-Katalog der Gebote ethischen Handelns in der Wirtschaft umfasste u.a.
die Eigenverantwortung, den Grundsatz "Pacta sunt servanda", den ehrbaren Kaufmann,
die Bereitschaft, das eigene Können weiterzugeben, das Verbot von Bestechung und
Betrug, Ausbeutung, langfristiges statt kurzfristigem Denken, Gerechtigkeit, den
Blick über den Kirchturm hinaus.

Gemeinsam mit BDS-Präsident Günther Hieber forderte er schließlich eine neue
Weltwirtschaftsordnung, da viele der heutigen Strukturen nicht mehr in die Zeit der
Globalisierung passen.



Best PracticePreis 2010 verliehen

Ein weiterer Höhepunkt des Verbandstages war die Verleihung des BDS-Practice Preises
2010 für die beste Aktion eines Gewerbevereins. Den ersten mit tausend Euro
dotierten Preis erhielt der Gewerbe- und Handelsverein Feuerbach für seine Aktion
Ortsbus Feuerbach. Der Verein betreibt gemein-sam mit dem BDS Weilimdorf und dem
Partner WöhrTours einen  Ortsbus, der Feuerbacher Wohngebiete bedient, die an den
ÖPNV nicht angeschlossen sind. Neben der Kaufkraftbindung hat der Ortsbus für viele
Bürger auch eine soziale Funktion. "Der Verein stärkt mit dem Konzept den
innerstädischen Einzelhandel, übernimmt soziale Verantwortung und antizipiert die
Demographische Entwicklung", begründete die Jury die Auswahl.



Der zweite Preis ging an den BDS Besigheim für seine Juxspiele. Seit inzwischen über
25 Jahren führen diese Selbstständige aus sechs Städten aus fünf Ländern zu
internationalen Begegnung in einer der Städte zu sportlichen Wettkämpfen mit
gesellschaftlichem Rahmenprogramm zusammen.



Mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde der Handels- und Gewerbeverein
Rosengarten, der für die Bürger in Rosengeraten eine Boulebahn gebaut hat. Der
Verein habe mit der Boulebahn für seine Mitbürgerinnen, Mitbürger und Mitglieder
etwas Bleibendes geschaffen und damit das Ansehen des Vereins und seiner Mitglieder
nachhaltig gestärkt.



Der geschäftsführende Landesvorstand:

Präsident:

Günther Hieber,  Fachanwalt für Steuerrecht, Fellbach

Vizepräsidenten:

Peter Bunzel, Rechtsanwalt, Stuttgart-Vaihingen

Rita Keller, Friseurmeisterin, Schwendi

Norbert Raif, Unternehmensberater, Plochingen

Wolfgang Stern, Kfz-Meister, Leimen

Landesschatzmeister: Wolfgang Bauer, Steuerberater, Mannheim



Hintergrund:

Der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. ist der Dachverband von 250
lokalen Handwerker- und Gewerbevereinen (HGV) oder Gewerbe- und Handelsvereinen
(GHV). Er vertritt auf Landes- bzw. Bundesebene die Interessen der kleinen und
mittleren Unternehmen (KMU) die durch ihre Mitgliedschaft in den örtlichen HGV und
GHV automatisch Mitglieder im Landesverband sind, aber auch Einzelpersonen. Der
Verband besteht seit 1852 zunächst als "Verband württembergischer Gewerbevereine und
Handwerkervereinigungen e.V.". 1973 nannte er sich in Bund der Selbständigen (BDS)
um und fusionierte ein Jahr später mit dem badischen Landesverband. Insgesamt
vertritt der BDS in Baden-Württemberg rund 18.000 Mittelständler mit über 200.000
Arbeitsplätzen.

 
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